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Was soll man dazu noch sagen?

So Sachen zum lachen und nicht selber nachmachen



Verfasst am 26.09.2005 16:18:38 Uhr
Eine Inszenierung in 3 1/2 Akten


½ Akt




Urlaub- ein paar Tage nur, aber besser als gar nix.

Nichts wie weg und fort, alle viere grade sein lassen und mal was anderes sehen als die immer wiederkehrenden gleichen Gestalten.

Was also tut die schlaue Frau? Sich informieren natürlich, im Netz. Gesagt, getan.

Irgendwann stoße ich auf eine Seite mit Wellnesshotels und lese Scharmützelsee.

Scharmützelsee??? Kenn ich doch! Mhhhmmmm, da werden Kindheitserinnerungen wach: Muffiger Zeltgeruch, verdreckte Sanitäranlagen, Buden bauen im Wald, den Jungen aus dem Nachbarzelt mit Sand bewerfen...

Das gepaart mit Ruhe und ein bißchen Entspannung ist doch eine ansprechende Kombination. Fix gebucht.

Drei Übernachtungen mit Halbpension, diverse Anwendungen wie Aqua-relax-Tempel (keinen blassen Schimmer, was das sein soll), Aromamassage und dergleichen inklusive im Vier-Sterne-Hotel.
Beim Preis setzt es mich erstmal gewaltig auf den Hintern, aber was soll’s, man gönnt sich ja sonst nichts!





1. Akt


Schon am Morgen trüber Himmel, beim Kaffee nieselt es leicht und bei Abfahrt schüttet es wie aus Eimern! Tolles Urlaubswetter.

Und es gibt doch nix schöneres, als bei Platzregen im warmen kuscheligen Auto mit Tempo 80 auf der Autobahn dahinzuzuckeln!!! Bei der Geschwindigkeit würde ich Jahre brauchen. Ich seh mich schon in der Dunkelheit um den See irren, müde, halb verhungert und völlig entkräftet...

Doch plötzlich reisst der Himmel auf und Sonne strahlt mir entgegen. Schlagartig hebt sich meine Laune.

Ertappe mich dabei, wie ich lauthals einen Schlager aus dem Radio mitgröle. Aus Sicherheitsgründen kurbel ich die Scheibe mal lieber wieder hoch!

Am frühen Abend schließ ich mein Auto auf dem Parkplatz ab, mit dem Bestreben, auch ihm etwas Erholung zu gönnen. Nicht ohne mich zu vergewissern ,dass sich mein kleiner „ Pfützenhupper“ in der illustren Gesellschaft von Mercedes, BMW und Co auch wohlfühlen wird!

Ehrfurchtsvoll betrete ich die Lobby des Hotels nach einem klitzekleinen Machtkampf mit der Drehtür. Das Ding wollte sich doch partout nicht bewegen!

Die Dame an der Rezeption ist äußerst nett und zuvorkommend. Und so stiefel ich bewaffnet mit Infobroschüren, Merkzettelchen und Gutscheinen hinter dem Pagen her, der mein Gepäck trägt (welch ein Luxus!), zum Fahrstuhl, der uns zu meinem Domizil für die nächsten Tage bringt.

Er (der Kofferträger) stellt die Tasche ab und erklärt mir die Handhabung der Klimaanlage, Fernseher etc. und bleibt dann abwartend stehen.

„Kann sonst noch irgendetwas für Sie tun?“

„Könntest du schon,“ denk ich bei mir „aber das gehört sicherlich nicht in deinen Aufgabenbereich!“

„Danke, ich hab alles ,was ich brauch!“

Immer noch steht der da rum. Einen Augenblick lang starren wir uns fragend an. Dann zuckt der die Schulter und macht die Tür zu. Von außen! Jetzt dämmert’s mir. Wollte der vielleicht ein Trinkgeld? Oh je, der erste Faux pax. Hoffentlich erzählt er nicht gleich dem gesamten Personal lang und breit, wie geizig ich bin.

Badinspektion ist okay, Matratzentest (heisst: 3mal auf dem Bett auf und abspringen, dann auf den Hintern fallen lassen), Bett steht noch, Test bestanden.

Eine Runde gepflegtes Zapping, Pay-TV auf fünf Kanälen, wildes Gerammel noch vorm Abendessen...nee, nee, nicht auf nüchternen Magen! Zu meiner Beruhigung find ich noch RTL und Konsorten.

Neben mir liegt ein flauschiger Bademantel und vorhin erfuhr ich, dass sich gegenüber meiner Tür der Aufzug zum Wellnessbereich befindet. Also kram ich den schicken Bikini raus, streif mir den Mantel über, fahr in die Schlappen, den Gutschein für den Begrüßungscocktail in die Tasche(hab ich bezahlt, will ich haben!) und los geht’s. Nochmal zurück, Handtuch vergessen.

„Bing“ die Tür zum Wellnessparadies gleitet vor mir auf. Erstmal umgucken.

Aha, dass sind die Ruheräume, auf den Korbliegen lümmeln weiße Gestalten und geben schnarchähnliche Geräusche von sich.

Wo kann man denn hier ne Runde planschen? Ein schmaler Gang von Kerzen erleuchtet, viele Türen, eine öffne ich. Oh, die Sauna! Beziehungsweise mehrere verschiedene. Ich dreh mich einmal um die eigene Achse und plötzlich steht vor mir ein Mann.

Splitterfasernackt! Und schaut etwas irritiert! Ich versuche ein freundliches Lächeln und ziehe mich rückwärts zum Ausgang zurück.

Draußen an der Tür steht: NUR FÜR MÄNNER! Mann, sind die prüde!
Und wo zum Teufel kann man jetzt hier schwimmen? Endlich nach langem Suchen schimmert Wasser in einem großen Becken und zu meiner Freude entdecke ich auch einen Whirlpool, den ich natürlich sofort zu meinem temporären Eigentum erkläre.

So viel „Abenteuer“ ist anstrengend und ich erinnere mich, dass ich ja noch ein Abendessen abfassen muss.

Gewohnheitsmäßig erwische ich den Katzentisch direkt in der Einflugschneise der Kellner. Was generell bedeutet, dass man konsequent ignoriert wird (ich sprech da aus Erfahrung), da das Personal, wenn es aus der Küche flitzt, dermaßen Speed draufhat, dass Ausbremsen lebensgefährlich wäre.

Zu meiner Verwunderung werde ich jedoch auf das Beste umsorgt und verwöhnt. Die Bedienung ist von ausgesuchter Höflichkeit und liest mir fast jeden Wunsch von den Augen ab. So genieße ich mein Vier-Gang-Menü vom feinsten, dazu lecker Wein, und falle hinterher nur noch todmüde in mein Bett....



Fortsetzung folgt...


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Verfasst am 13.06.2005 15:01:47 Uhr
es tut weh...


Jetzt hab ich es endgültig geschafft!



Alles finito, ende allende, futsch, aus und vorbei...



Das dunkle Loch , was sich vor mir auftut, wird immer größer und ich drohe hineinzufallen...



Hält mich denn niemand fest?



Zweifel überfallen mich. Hab ich alles richtig gemacht?



Hätte ich auf meinen Kopf hören sollen, statt auf meinen Bauch und mein Herz?



Die kleinen Sünden bestraft der da oben angeblich gleich.



Und das hat er gründlich getan. Mit Recht wahrscheinlich.



Wie hoch ist eigentlich die Strafe für Lügen, Vertrauensmissbrauch, Verletzung ...?



Und nun hab ich die Quittung dafür. Muss dieses grässliche Gefühl selbst ertragen...



Ich bin so traurig und leer...


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Verfasst am 30.05.2005 21:38:48 Uhr
und wieder mal lyrische ergüsse




Sommermädchenküssetauschelächelbeichte





An der Murmelrieselplauderplätscherquelle

Saß ich sehnsuchtstränentröpfeltrauerbang:

Trat herzu ein Augenblinzeljunge

In verweg’nem Hüfteschwingeschlendergang,

zog mit Schäkerehrfurchtsbittegrußverbeugung

seinen Federbaumelriesenkrämpelhut-

gleich verspürt‘ ich Liebeszauberkeimeneigung

war ihm zitterjubelschauderherznesgut.


Nahm er Platz mit Spitzbubglücketückekichern,

schlang um mich den Eisenklammermuskelarm:

Vor dem Griff, dem grausegruselsiegessichern

Wurde mir so zappelseligsiedewarm.

Und er rief „ Mein Zuckerschnuckelputzelkindchen,

welch ein Schmiegeschmatzeschwelgehochgenuss!“

Gab mir auf mein Schmachteaschmollerosenmündchen

einen Schnurrbartstachelkitzelkosekuss.



Da durchfuhr mich Wonneloderflackerfeuer-

Ach das war so überwinderwundervoll...

Küss’t ich selbst das Stachelkitzelungeheuer,

sommersonnenrauschverwirrungsrasetoll!

Schelt nicht, Hüstelkeifewackeltrampeltante,

wenn dein Nichtchen jetzt nicht knickeknirschekniet,

denn der Plauderplätscherquellenunbekannte

küsste wirklich wetterbombenexquisit!!!



Hannes Ruch




Kann sich eigentlich jemand vorstellen, wie schwer es war, das zu schreiben?


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Verfasst am 26.05.2005 01:32:48 Uhr
Über den Wolken...
Gestern war Tag X.

Ich bin in die Luft gegangen, im wahrsten Sinne des Wortes.



Also von Anfang an:

Mein Chefchen hatte meiner Kollegin und mir als Motivationsbonus einen Tandemgleitschirmflug geschenkt.

Nach mehren Anläufen, bei denen entweder das Wetter schlecht war oder die Termine zeitlich nicht passten, hat es nun gestern endlich geklappt. Die Sonne lachte, die Thermik stimmte (ich red schon wie ein Profi...grins) , der Wind stand gut, anfangs zumindest...

Ort des Geschehens, ein Segelflugplatz hier in der Nähe. Da harrten wir also der Dinge, die da auf uns zukommen sollten.

Und sie kamen in Gestalt eines VW-Busses, aus dem elastisch drei nette junge Herren hüpften, bei deren Anblick unsere Herzen ebenso hüpften...grins.

Natürlich gingen wir ihnen beim Aufbau tatkräftig zur Hand, soweit das möglich war und fachsimpelten ordentlich mit (ha, ha...als blutige Anfänger!) .

Es ist allerdings wirklich interessant, zu erfahren, wie das alles funktioniert und was zu beachten ist.

Jedenfalls war es dann irgendwann soweit, der Schirm ausgebreitet, die Zugseile gespannt, die Winde in Bereitschaft, es konnte losgehen.

Und ich sollte die erste sein!

Also bekam ich einen übergroßen Rucksack mit Sitz auf den Rücken geschnallt, wurde fachmännisch in die Gurte gezwängt und da eingehakt und dort verknotet und geschnürt, und zuletzt stülpte man mir noch einen Helm über den Schädel.

Fertig, ich kam mir vor wie eine Schildkröte, fortbewegen nur mit max. 5 km/h möglich.

Das sollte wohl so sein. Und dann kam’s.

Der Typ, dem ich mein Leben in die Hände legen sollte.

Der über den Ausgang dieses Abenteuers bestimmen würde!

Mein Pilot!

Der schien sich allerdings weniger Sorgen zu machen. Kurzerhand schnallte er mich rücklings sich auf den Bauch (unter anderen Rahmenbedingungen sicher weitaus prickelnder..seufz) und erläuerterte mir kurz den Ablauf.

Die inzwischen Hinzugekommenen, eine Truppe Arbeitskollegen, die ihrem Mitstreiter ebenfalls solch ein Erlebnis verschaffen wollten, witzelten blöde herum a la „runter kommse alle irgendwie“ und „ist da eigentlich ein Rettungsfallschirm im Rucksack?“, was meinen ohnhin maroden Gemütszustand nicht wesentlich verbesserte.

So waren wir nun schon fast in den Startlöchern, als plötzlich ohne Vorwarnung der Wind drehte.

Also Kommando zurück, man trennte uns wieder, schade, hatte ich mich doch schon so an die angenehme Wärme in meinem Rücken gewöhnt...

Alles umbauen und wir sollten ungefähr einen Kilometer in die entgegengesetzte Richtung fahren, weil der Startplatz dahin verlagerte wurde.

Die Kollegen packten nur widerwillig ihre Klapptische und Stühle sowie weitere diverse Picknickuntensilien, die sie vorher mühsam rausgekramt hatten, um dem Spektakel in bequemer Position beizuwohnen, wieder ins Auto.

Und ich wackelte entenmäßig, da der Rucksack heftig gegen meine Kniekehlen schlug, über die Wiese zu unserem Auto.

Ja ,nun steig mal mit so ‚nem Ding unterm Hintern einigermaßen galant ins Auto! Unmöglich!

Als ich es endlich geschafft hatte, saß ich so hoch, dass mein Kopf ständig an den Wagenhimmel stieß. Freundlicherweise öffnete meine Kollegin das Dachfenster, so dass ich meine Schädel rausstrecken konnte.

Ein Bild für die Götter!

Am neuen Start angekommen, krabbelte ich irgendwie wieder raus und dann ging alles relativ schnell.

Gar keine Zeit mehr, mir Gedanken zu machen, plötzlich hing ich wieder an dem Mann hinter mir, die Gurte strafften sich , das Zugseil zuckte und zerrte, dann rief er nur „Lauf!“ und ich lief und lief...

Und plötzlich verlor ich den Boden unter den Füßen und dachte noch „So, das war’s. Mach‘s gut, liebes Leben, war schön mit dir!“ .

Die Wiese entfernte sich immer weiter von mir , die Autos und Menschen wurden zu Ameisen, der Himmel kam näher.

Pures Adrenalin durchfuhr mich! Meine Hände krampften sich um die Gurte, mein Magen schlug Purzelbäume... Wahnsinn.

„Zieh an dem roten Griff!“ kam es von hinten.

Hä? Panik!!! Rot ist doch immer Gefahr!

„Tu es einfach!“

Beherzt griff ich danach und klinkte uns aus. Die Zugleinen fielen nach unten und wir schwebten, frei wie die Vögel, leicht und schwerelos... in dem Moment ergriffen mich unbeschreibliche Gefühle, mir schossen die Glückstränen in die Augen.
Ungelogen! Mein Gehirn schüttete Unmengen an Serotonin aus und das ohne Schoki oder Sex!

Das ist absolut gigantisch, man vergisst alles um sich herum, die Zeit wird zur Nebensache, man sitzt da drin und schaut auf die Welt und fühlt sich wie Gott. Die totale Entspannung macht sich breit.

Und dann ist plötzlich alles vorbei, der Boden kommt wieder näher, die Füße fangen an zu laufen und dann purzelt man übereinander und die Erde hatte mich wieder.



Aber der Hype hält an, ich lief den Rest des Tages andauernd mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht herum.

Jedenfalls hab ich nun Blut geleckt, das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal!

Mein nächstes Ziel, ich will das Fliegen lernen, selber ohne Hintermann durch die Lüfte gleiten...

Ach ja...


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Verfasst am 11.05.2005 12:48:15 Uhr
* Über das Faulenzen


Eine Matratzendichtung





Faulsein kostet reichlich Kraft:

Man liegt da ist geschafft.



Man liegt da und denkt verpennt:

Puuh, ist faulsein anstrengend.



Denn man musste soviel tun:

Schlummern, dösen, und dann ruhn!



Siesta halten!Oh!Strapaze!

Rasch zurück auf die Matratze.



Lecker essen, lecker trinken.

Wieder in die Kissen sinken.



Schnurrend in der Suhle liegen

und sich umeinander schmiegen



Um in diesem guten Hafen

wiederum sich auszuschlafen.



Bald singt man im höchsten Ton:

"Regression, ich komme schon!"



Welt, du bist aus einem Guß:

Glück ist, wenn man nichts mehr muss!"





(Wiglaf Droste)



Könnte glatt von mir sein!!! grins


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